Königskümmel-Ajowan: Wirkung und Anwendung

Königskümmel-Ajowan: Wirkung und Anwendung

Wissenswertes, Wirkung und Anwendung

Herkunft und Aussehen von Ajowan

Ajowan auch Königskümmel oder Ajwain genannt hat seinen Ursprung wahrscheinlich im Östlichen Mittelmeerraum und wird schon seit der Antike kultiviert, zuerst in Ägypten. Es wird seit tausenden von Jahren auch viel bei verschiedensten Gesundheitsproblemen angewandt. So greifen die Inder lieber zu einem „Omam-Wasser“ als zu einer Aspirin um ihre Kopfschmerzen zu lindern, als Säureblocker gegen Sodbrennen oder als Antihistamin gegen Allergien. Königskümmel wird in Indien auch gerne die "Apotheke der Natur" genannt. Er gehört zu der Familie der Doldenblütler und erreicht eine Wuchshöhe von ca. 50-80cm. Die meist zwittrigen, fünfzähligen, gestielten Blüten mit doppelter Blütenhülle sind weiß und entwickeln sich später zu der Frucht. Die Früchte mit einer From wie eine Mondsichel erinnern ein wenig an Selleriesamen oder andere Kümmel Arten. Diese einjährige krautige Pflanze wird heute hauptsächlich in Indien und im Iran angebaut.

Aromaverbindungen und Geschmack von Ajowan

Ajowan und Thymian haben ein ähnliches Aromaprofil. Beide enthalten den Aromastoff Thymol, den man auch in Oregano wieder findet. Thymol hat ein krautiges Aroma was auch einen bitteren kühlenden Effekt besitzt, da die Moleküle die Kälterezeptoren im Mund reizen und dadurch im Gehirn eine Kälteempfindung auslösen. Die Zunge wird leicht taub. Durch den Aromastoff Myrcen bekommt Ajowan eine leichte pfeffrige Note. Um diese zu Betonen kann man schwarzen Pfeffer dazu tun, was eine langsam brennende, blumige Schärfe liefert. Cymol und Terpene vervollständigen das Bild, welche eine leicht limettenähnliche, holzige Note hervorrufen. Durch ein Mischen mit Koriander, grünen Kardamom, Kreuzkümmel oder Kümmel wird diese Nebenverbindung noch einmal verstärkt.

Anwendung

Königskümmel passt gut zu Fisch, am besten mit einer Trockenmarinade aus zerstoßenen Ajowansamen, Chili und Kurkuma einreiben. Zu Gemüse, Ajowansamen zerstoßen mit Kichererbsen Mehl zu einem Teig für Gemüse-Fritten verbreiten. In einer Linsensuppe darf es nicht fehlen. Klassisch auch auf Brot, Ajowansamen rösten in Ghee oder Butter und über Fladenbrot Chapti oder Naan geben. In Eiern kann es auch zu einem Geschmackserlebnis werden, Ajowansamen rösten in Ghee oder Butter und das verquirlte Rührei nach Parsi-Art anbraten.
Um den vollen Geschmack aus den kleinen Samen herauszuholen, ganze Samen rösten, dadurch kommt ein schönes nussiges Röstaroma hervor. Bei 140°C fangen an Zucker und Proteine an zu reagieren und es bilden sich neue Aromaverbindungen. Das Thymol zerfällt schon bei 90-100°C, dadurch verfliegt der kühlende als auch der medizinische Effekt. Also aufpassen je nach dem, was man für einen Effekt erzielen möchte, weniger erhitzen für heilende Effekte oder höhere Temperaturen für mehr Geschmacksintensivität.

Wirkung der Natur

Ajowan, carum copticum
besitzt 24 Wirkstoffe mit potenziell heilender Wirkung, eines der Hauptwirkstoffe ist Thymol, was in vielen Husten- Säften/Tabletten enthalten ist. Auch Hildegard von Bingen erwähnte Ajowan und riet dieses Gewürz wie Thymian zu verwenden. Im Ayurveda wird Omam-Wasser als Hausmittel in der Naturheilkunde schon seit Jahrhunderten genutzt für verschiedenste Magen-Darm-Erkrankungen. Es lindert Sodbrennen, Aufstoßen und Völlegefühl, reduziert Blähungen und hilft bei Durchfall. Eine Studie belegt das Potential einer schmerzlindernden Wirkung von Ajowan, wofür spezielle im Königskümmel, den Morphin ähnliche Stoffe, verantwortlich sind. In einer weiteren Studie wurde herausgefunden, das Cholin im Ajwain enthalten, ein Nährstoff ist, der das Gehirn dabei unterstützt "Heilungsbotschaften" zu senden. Man kann aber auch die Ajowansamen kauen und mit warmem Wasser herunterspülen so können sich die antibakteriellen und fungiziden Eigenschaften schon in der Mundhöhle entfalten. In der Schulmedizin wird Thymol, der Hauptwirkstoff der Ajowanfrüchte, gegen Erkältungen, Bronchialkatarrhe, Entzündungen der Schleimhäute und Pilzinfektion der Haut eingesetzt.

Omam-Wasser

Einfach einen Teelöffel der Königskümmelsamen in 300ml warmem Wasser einweichen lassen und trinken. Bei Magenbeschwerden kann man den Ajowan sogar für einen bessere Wirkung leicht anrösten.

Studien zum Ajowan:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34708419/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15161185/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30324925/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25089273/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27166709/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34656507/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25044318/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30065392/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35848908/

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